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Geschichte / Chronik Mühlen in Taufers - Besiedelung 1/3

Zum angegebenen Alter der Ortschaften von Taufers vom Chronisten J.V. Niederweger ist zu sagen, daß er die urkundliche Nennung angibt. Er hat damals noch nicht wissen können, daß später, wie im Jahre 1972, im Matzmüller-Felde eine keltische Grabstätte gefunden wird, deren Inhalt wie Fibeln aus Bronze, Pfeil- und Lanzenspitzen und eine Urne mit Knochen, die Experten auf die Zeit von 400 Jahren v. Chr. schätzen. Der Fundort ist gerade jener den die Sage angibt als Standort für die Pfarrkirche, die von der "Rienz", begraben worden sein soll. - Vermutlich ging schon in alten Zeiten die Sage vom Vorhandensein einer Kultstätte um, die dann durch den Bau des Jakob-Stöckls Ende des 18.Jht.s den Glauben an eine Pfarrkirche bestärkte.

Es ist leider eine Tatsache, daß keine Urkunden vorhanden sind, die nicht im Zusammenhang mit Stiftungen für Kirchen oder Klöster stehen. Es geht aber auch aus der Geschichte der Römer hervor, daß unsere Täler schon vor ihnen besiedelt gewesen sind. Auch die typisch bayerische Besiedlung, die man den Bergsiedlungen nachsagt, war bereits um 700 bis 800 schon abgeschlossen. Sonst wäre es ja auch nicht möglich, daß bereits im Jahre 1296 das Sonnenburger Urbar, Zinslisten-Büchlein 17 Höfe in Lappach und 64 Höfe aus Mühlwald als grundzinspflichtige Bauern enthalten könnte. Dazu bedenke man, daß die damaligen Bauern meist Leibeigene waren.

Aus der Chronik Niederwegers geht hervor, daß er in allen Archiven Zutritt hatte, er aber für seine Nachrichten immer fast nur Stift-Briefe oder Saalbücher als Quellen angibt - selten eine sog. Kirchenrechnung, geschweige denn ein Urbar.
Da er diese letztgenannten Urkunden nicht konsultiert hat, ist ihm entgangen, wie sein eigenes Heimathaus geheißen hat, das Lorenz Niederweger 1618 von seinem Vater Simon gekauft hat; es handelt sich um die im Jahre 1490 genannte HUBE.

Am Egitzhof in Mühlen sind nahezu 90 Original-Urkunden aus den verschiedensten Bereichen - darunter ist auch das sog. "Anlage-Trühele" der Alm Jagdhaus - aufbewahrt, mit ebensovielen Urkunden. Die älteste Urkunde stammt aus dem Jahre 1449, die den Viehauftrieb auf die Ochsenweide "im Graben" (Affental) regelt. Darin sind 3 Bauern von Kematen erwähnt und 2 von Mühlen: Peter Krell und Heinrich Schuster. Da bereits im Jahre 1398 die 2 Perchhhold als Weber und Schneider genannt werden, waren dies sicher keine Handwerker, sondern, nach den mittelhochdeutschen Ausdrücken zu schließen, "lange Zeit in hohem Ansehen gestandene Männer". Sicher sind sie höhergestellte "Dienstleute" der Ritter Wurfunge gewesen.

So war vermutlich dieser Heinrich Schuster am nachmaligen Egitzhof ansässig und war ein guter Schwertkämpfer - der Schneider hingegen ein guter Speerkämpfer und der Weber ein unruhiger Wanderer.

Urkundlich wird die Kirche in Mühlen zum ersten Mal im Jahre 1389 erwähnt. Auffallend ist auch ihr Standort, denn sie steht nicht nahe am Stock, sondern für damals mitten im Dorfe. Die Landstraße verlief vom Rabenbühl kommend über die Grießfelder durch die Grießzäune hinauf fast bis zum Neunfingerer (so noch in der Zehendbereitung des Jahres 1750 beschrieben), dort über die Mühlwalder Brücke hinterm Abner und Rotgarber zum Oberkohlgruber, zwischen Kirche und Schmied vorbei übers "steinerne Brückele" quer über den heutigen sog. Hasen-Platz und hinauf zum Stockweber in die Peinte.

Nach Kematen führte damals der Weg durch die Schöfflmair-Zäune geradeaus weiter quer durch die Trenkenfelder. Aber bereits hinterm Auer befand sich der sog. "Kemater Gatter" rechts des Weges waren damals noch Auen.

Besiedelt war also noch 1750 nur ein schmaler Streifen vom Grießmair hinauf und ein ebensolcher am Fuße des Rienz-Kegels. Der Auer und Krell (später Lugglmüller) waren am weitesten in die Auen vorgeschoben. Nach der bereits erwähnten Zehend-Bereitung waren zur damaligen Zeit viele Feldstücke über den Rienzkegel hinauf, doch sind auch viele als "übergißt" oder "überschüttet" vermerkt.

Obwohl die ersten Mitglieder der Familie der Wurfunge schon 1140 urkundlich vorkommen, ist doch nicht sicher, daß diese schon zu Mühlen wohnten; sie haben auch nicht gleich den Beinamen zu Mul, sondern "de Tuvers".

Nun, nach Aussage des heutigen Besitzers des Matzmüller-Höfls fand er beim Einsetzen des neuen Stubengetäfels im Türrahmen die Jahrzahl 1110 eingeschnitzt. Dieses Höfl dürfte auch die erste Mühle gewesen sein, da sie sicher die naheste am Bache aus Mühlwald war. So wird z.B. diese Metzmühle im Tauschbrief vom 8. Jänner 1565, zwischen dem Besitzer des halben Wenghofes Hans Müllner und Wolfgang Meßmayr "in der Mill zu Müln seßhaft", beschrieben:

"Dementgegen hat mir der gedachte Wolfgang Meßmair mit Vorwissen, Zutun und Begünstigung des weisen, vornehmen Nikolaus Sell, Bürger zu Bruneck, als weilend des edlen festen Georg Gerhard zu Brixen selig hinterlassenen Erben von hernachgemeldeten Baurecht, des Gutes in der Mül recht ordentlicher Grundherrschafts Amtmann und der Herrschaft Taufers von der hernach beschriebenen Säge rechte und ordentliche Grundherrschaft, auch das ewige Recht wechselweise zugestellt und überantwortet nämlich das Baurecht und die Gerechtigkeit des Gütls, genannt "in der Mil allda zu Mülen" zu obrist des Dorfs gelegen mit allen seinen zugehörigen Gründen, Stücken und Gütern als an Behausung, Hofflachen, Hofgesaß, Hofstatten, Mül, ein Ölschlag, Stampf, Wüersuch, freie Wege, Steige, Stege, in und außer dem Dorf, Feld, Berg, Tal und Ebne.. was darzue und darein gehört hat oder billich noch gehören möchte, gar noch gänzlich nichts davon ausgesundert und verzinst man solches Baurecht des Gütls in der Mül jährlich und ewig, weilend gemeldeten Jörg Gerhards selig hinterlassenen Erben als rechter Grundherrschaft 10 Star Roggen, 5 Star Gerste, 4 Pfund Perner Geld, 60 Eier, ein Kitz und 3 Hofbrote als jährlichen Grund- und Herrenzins.

Und sind das die Stücke und Güter, die in gemeldtes Gütl in der Mül gehören wie erstens 2 Stücke, das eine genannt der Auflang und das andere auf der Wüer, die jetzt in Wiese und Acker liegen, sind ungefähr anderthalb Jauch groß oberhalb des Hauses in einem Zaun und Einfang. Noch ein kleines Krautgartl unterm Futterhaus. Weiters ein Stück jetzt in Acker und Tratte von 1 Jauch groß beim Krieganger auf dem Tauferer Feld liegend. Grenzt gegen Morgen daran ein Stück, das ins Weisengut gehört , gegen Mittag an das Stuck der Krieganger genannt wieder an ein Stück, auch Krieganger geheißen, (das Meßmair dem Hans Wenger, Schmied, vertauscht hat) und gegen Mitternacht an des Laurenzen Schafflmairs daselbst zu Müln Stuck. Auch ein Kabisgarten gelegen oben an des Hans Küepachers, Segensenschmieds, Haus, wofür jähr- lich dem Aschbacher ober dem Schloß und seinen Mithabern mit 5 Kreuzern zinsbar ist. Ebenso die Säge, gegen genannte Mül hinüber gelegen, davon man in das Amt auf Taufers jährlich 2 Hühner zu zinsen schuldig ist. Desgleichen ein Stück, auf dem Tauferer Feld gelegen, genannt der Anewanter ,das der St. Michaels Kirche an der Pfarre zu Taufers 3 Galfen Roggen zinst. Und dann 2 Stücke, das eine allda beim Stock zu Müln gelegen, daran stößt gegen Morgen ein Stück, das in das Stänglgut gehört, gegen Mittag an das dem Thomas Lindemair dortselbst gehörige Stuck, gegen Abend und Mitternacht an die gemeine Straße; das andere Stuck ist ein Mos und ist auf dem Tauferer Feld gelege, grenzt gegen Morgen an Jakob Warather, Krämer am Sand,

sein Stuck, gegen Mittag an Kranewiters zu Kematen Stuck, gegen Abend an des Ofners daselbst zu Müln Stuck und gegen Mitternacht an ein Stuck, das in das Stänglgut gehört. Welche jetzt gemeldete 2 Stuck sind vor einigen Jahren der St.Anna Kirche auf Achernach mit der Grundgerechtigkeit unterworfen gewesen, aber solcher Grundzins auch im Auswechsl auf ein anderes Stuck genannt der Krieganger, Inhalt derwegen aufgerichteter Briefe und Siegel, verändert, gewendet und verschrieben worden. Deshalb beide diese Stücke hinfüran frei, urbar und eigen sind"...

Gesiegelt hat den Brief Christoph Goldwurm, Hofrichter zu Sonneburg und Amtmann in Mühlwald.

Dieses wörtliche Zitat soll einige Hofnamen aufzeigen; wie aber zu bemerken ist, sind es noch erst 8. In der Jagdhaus-Urkunde vom Jahre 1539 sind genannt Egitz, Grießmair, Mairhofer, Schefflmair und Auer. Im Mühlwaider Kirchen-Urbar vom Jahre 1478 ist die Giße ob Millen genannt.

Die vorigen Hofnamen wie Stängl, Weissengut, Sensenschmied und Ofner mögen befremdend klingen. Jedoch das schon erwähnte Zehend-Bereitungsbuch und die Urbare vom Jahre 1614/28 geben darüber Aufschluß: Das Stänglgut wurde später als Holzergut bezeichnet - das Weissengut behielt diesen Namen bis heute in den Kataster-Büchern bei und heißt im Volksmund beim "Krumpner" - der Sensenschmied heißt heute im Volksmund "Neunfingerer" - Ofnergut hieß im "Urbar" auch Antritt später Halbmetzger und heute Gaißer.

Was der Chronist über die Existenz des Saß-, Sast- oder Soßhofs schreibt, wird er nicht ganz recht haben, denn beim Sieberer ist ein Waldmarchungs-Brief vorhanden, ausgestellt im Jahre 1703, worin die Erlenaue am Gißkegel (damals noch etwas Wald) zwischen dem Abner-Bäck und dem Soßhof (die Wenzlischen v. Sternbach am Stock zu Uttenheim waren davon Besitzer) mit Marchen versehen wird in Steine gehauen, da die Grenze vorher nur auf Bäumen markiet worden war.
Der mhdt. Ausdruck "saß" bedeutet soviel wie Wohnsitz, der bereits im Jahre 1741 den Namen Rieser trägt, weil ihn vermutlich die wenzlischen in dieser Zwischenzeit verkauft haben.

Anm.: Daß dieses Gebäude eine Absteige für Adelige war, beweist der Vermerk in der Kirchenrechnung von Kematen aus dem Jahre 1796, worin es heißt: "Von diesem Geld ist an diesem Tag (17.Mai) der Sosserin für die adeliche Anna das Kostgeld gezahlt worden."

Im Jahre 1791 verschreibt der Rieserbauer eine Tratte Feld seinem Sohne zur Sicherung des Studiums zum Priestertum. Im Jahre 1741 ist er auch bei der Verteilung der Asten und Bergmähder in der Alm Jagdhaus beteiligt, und er besitzt mit dem Martingarber in Winkl einen halben Almkasten. Daß das Gebäude alt ist beweist noch die Bauart.

Mit dem "Zehendter" hat es seine eigene Bewandtnis - scheinbar hieß er immer so. Nach dem öfter schon genannten Zehend-Bereitungs-Buch hat er den Namen daher, weil mit seinem Besitz oder "Bstand" (Pacht) das Recht geknüpft war, den großen Tauferer Zehend des Stiftes Brixen einzusammeln. Besitzer des Hofes war das Stift Brixen - folglich konnten nur Pächter in Frage kommen.

Ursprünglich bildete er mit dem "Sanndhof" od. Perlgut den Schloßhof. "Sant od. sannd" und "par" heißt soviel wie "gleich wie ein anderer, mit einem anderen mit" ..

So läßt Franz Xaver VINTLER v. Runkelstein zu Plätsch/Tiroler Landmann, hochfürstlich brixnerischer Hofrat, Hauptmann und Oberamts-Pfleger zu Bruneck einen am 12. Mai 1750 nach Taufers mitgebrachten Gerichtsschreiber Johan Lorenz Marchner schreiben: "Wo dann somit nach längerem dortigen Aufenthalt mit Zuzug der dermaligen Zehendsammler und des Zehend-Afterbestandmanns, nämlich Bartlmä Holzmann, Unterkohlgruber zu Mühlen, und Simon Mutschlechner, Oberluckner dortselbst, auch vieler Zehends-Parteien näherer Anhörung Und Vernehmung, sowie nach der zugleich vorgenommenen Beaugenscheinigung der zehendbaren Stuck und Gründe, wie sie sich wirklich in dem Zustand und Maß befinden, wie sie nachher beschrieben werden.

Erstens ist vorhanden das Zehend-Haus, nämlich ein Feuerhaus samt Stadel, Stall, Pachofen, 2 Baumgärten, der eine oberm und der andere unterm Haus, beide ungefähr 1 Tagmahd groß, und ein Krautgarten, alles beieinander im Dorf Mühlen, Landgericht Taufers gelegen, das das fürstliche Stift Brixen am 4. Juni 1622 von Jakob Issinger aus dem Schloß-Hof daselbst um 1150 Gulden und 3 Reichs-Taler Leitkauf erhandelt hat.

Dieser Schloßhof hat zuvor dem hochgedachten Stift Brixen in dessen Amt zu Bruneck als darüber ordentliche Grundherrschaft jährlich 4 fl. 24er rechten Grund- und Herrenzins gereicht. Davon ist aber der halbe Teil, das sind 2 fl. 12+er, mit dem Kauf des Zehend-Hauses und Zubehör auf dieses abgelegt worden. An Gründen gehört nur noch ein Stück Wald im Schattenberg dazu.

Dann werden die Fahrnisse aufgezählt, wobei merkwürdigerweise der Kornkasten sich im Hause befindend aufscheint.

Hierauf folgt nun der GROßE ZEHEND.
"Mit dessen Rechten und Gerechtigkeiten (verhält es sich), wie der bei der Amtmannschaft zu Bruneck liegende Schätzungs-Prozeß vom Jahre 1615 bei der, in Gott ruhenden fürstlichen Durchlaucht Erzherzog Karl zu Österreich, bischöflichen Regierungs-Zeit von weilend Herrn Johann Fuegers, selig, hinterlassenen Söhne-Vertreter ist an das fürstliche Stift Brixen exekutionsweise gekommen...."

Entgegen hat man aber für solchen großen Zehend und desselben eben gemeldeten Rechten und Gerechtigkeiten (2000 Stück Schabe machen und 1 Mos, sowie Weide- und Holzbezugs-Recht) die gebührende landes-fürstliche Steuer neben den anderen nachbarlichen Verpflichtungen, einem ganzen Mayrhof gleich, auf jeden Termin 7 fl. 28+er zu geben.
Zu diesem großen Zehend gehörte auch ein Stück Wald im Kemater Berg gegen Winkl und zwar seit dem Jahre 1711. Bei der genauen Waldmarkierung im Jahre 1768 scheint als Zehenter-Bauer Jakob Ranalter auf. Übrigens war die oben-beschriebene Hofanlage samt den Baumgärten mit einer Mauer umgeben; wann die Mauer oberhalb des Hauses abgebrochen worden ist, weiß niemand. Der westliche Teil gegen den Oberluckner und dessen Krautgarten ist nach dem Brande des Haas-Hauses im Jahre 1921 von Karl Maurlechner, vulgo Schmied-Karl, zum Wiederaufbau des Hasen verwendet worden. Der südliche Mauerteil aber mit der Rundbogen-Toreinfahrt wurde erst nach dem 2. Weltkrieg entfernt, da diese für die modernen Fahrzeuge nur hinderlich wurde.

Ähnliche Umfassungs-Mauern waren bis um 1950 auch am Egitzhof. Hier habe ich die überhaupt älteste Privat-Urkunde gefunden, jene vom 15. August 1449. Da diese Urkunde dort zu finden ist, so glaube ich, war der genannte Heinrich Schuster eben an diesem Hofe ansässig. Aus diesen "in langem Ansehen gestandenen" Männern sind dann die sog. Mayr hervorgegangen, denn dieser Weidebrief beginnt so:

"Wir nachgeschrieben mit Namen Hans Issinger, Hans Bräbst, Bartlmä Schmied, alle gesessen zu Kematen, Peter Krell und Heinrich Schuster gesessen zu Muln bekennen einhellig mit dem offnen Brief allen, den er gezeigt wird, von der Boß- und Zwieträchtigkeit, die sich hält zwischen etlichen Mairn in Taufers oder andern, die vermeinen auch für billige Gerechtigkeit mitsamt den Mairn in dieser nachbestimmten Sache halten... "

In der Almregelung zwischen dem Gerichtsherrn Fueger und den Bauern vom Jahre 1539 werden Gregor MAIR Egitz und der Mair Präbst als ganze Höfe bezeichnet - jedoch der Mair am Pruggen zu Kematen nur als halber Hof. Trotz seiner höheren Abstammung hat also dieser Mairsohn nicht einen der größten Höfe.

So bedeutet auch das Wort "Egitzen" von hohem Ansehen abstammend. Er war aber kein Herr mehr, sondern auch nur Bestandsmann von Wiesen und Äckern, die dem St. Klara-Koster zu Meran grundrechtlich unterworfen waren. Dieses Kloster ist von den edlen Herren und Frauen von Taufers im 12. und 13. Jhdt. mit Gütern in Taufers reichlich bedacht worden, wie das Urbar dieses Klosters vom Jahre 1638 bezeugt.

Die am 24. April 1649 von Jakob Wieser, damaliger Landrichter der Herrschaft Taufers, gesiegelte und ausgefertigte Tauschurkunde berichtet vom Tausch eines Mos des Egitzbauern Gregor Laner um 2 Feldstücke in der Peinte mit dem Pfleger Anton v. Rost zu Aufhofen, Kehlburg und Schrottwinkl.

Im Teilungs-Vertrags-Briefe vom 27. Jänner 1656, nach dem Tode der Oberluckner-Bäuerin Gertraud Mayrhofer abgefaßt - ihr 1. Ehemann war Nikolaus Luckner, ihr 2. Jakob Hörtmayr; aus 1. Ehe entsproßt die Tochter Maria Luckner und aus 2. Bartholomäus und Helena Hörtmayr - wird Bartlmä Hörtmayr als Erbe des Oberluckner-Hofes eingesetzt, die beiden Töchter sind bereits verheiratet: Maria Luckner ist die Ehewirtin des Gregor Oberlechner, jetzigen Egitzen zu Mühlen, Helena Hörtmayr des vornehmen Georg Dinsl, Gastgeber in Sand in Taufers, Ehewirtin. Unter den Schulden herein heißt es: "Erstens der Erblasserin Eidam Gregor Oberlechner, jetztigen Egitzen zu Mühln, der verfloßne Zeit (her) mit seiner Ehewirtin Maria Luckner von genannter Erblasserin den Egitzhof käuflich an sich erhandelt hat, restiert... " Demnach muß Gertraud Mayrhofer die Inhaberin des Egitzhofes und Nikolaus Luckner des Oberlucknerhofes gewesen sein, und hat erst nach dem Tode ihres 1. Mannes den Egitzhof an ihren, Eidam und ihre Tochter verkauft.

Vorgenannter Gregor Oberlechner muß aber nach kurzer Zeit gestorben sein, da sie laut "Einsatz- und Entrichts-Vertrag zwischen Weiland der tugendsamen Maria Luckner, gewesenen egitzschen Witwe zu Mühlen, selig, hinterlassenen Kindern", am 22. Mai 1677 aufgerichtet, seit 10. 0ktober 1666 Witwe und seit 9. November 1666 Besitzerin des Egitzhofes ist. Ihr verstorbener Ehemann wird hier Gregor Weidacher genannt. Sie hinterließ 2 Söhne und. 4 Töchter, die "weidacherischen Geschwistriget" genannt, und zwar Veit -ist volljährig - Simon ist noch minderjährig - die Töchter Barbara, Maria, Elisabeth und Rosina sind am Ausstellungsdatum alle schon verheiratet.

Gregor Weidacher scheint aus Mühlwald zu stammen, da sein Bruder Nikolaus Weidacher, Knoll in Lappach, als gesetzlicher Vertreter des minderjährigen Sohnes Simon bei der Verhandlung zugegen ist.

Die vorgenannten Brüder Veit und Simon Weidacher haben den ererbten Egitzhof bis um das Jahr 1695 gemeinsam bearbeitet, wie die Ausschuß-Protokolle wegen des Waldstreites mit der Grüner-Bauern von den Jahren 1679, 1689 und 1692 beweisen.

Anm.: Laut den vorhandenen Urkunden hat im Jahre 1678 der Grüner-Bauer beim Bergrichter und Waldmeister in Ahrn angesucht, 40 Stämme Holz schlagen zu dürfen, um das Futterhaus neu erbauen zu können. Dazu mußte er sich auch die Erlaubnis der Mühlener einholen, die er auch unter gewissen Bedingungen zugesagt erhielt. Nachdem er sich aber scheinbar beim Schlagen nicht an die gestellten Bedingungen gehalten hatte, kam es zum Streit zwischen der "Dorfschaft" Mühlen und dem Grüner, wodurch der Bau volle 10 Jahre hinausgezögert worden ist. - Es sei noch vermerkt, daß damals beide Teile nicht wirklich Besitzer sondern nur Fruchtnießer waren - der Grüner hatte im "Rixnat" seine Alm, wozu auch das Holzbezugsrecht gehörte.

Laut dem Vergleich-Brief zwischen dem Gerichtsschreiber zu Taufers Urban Wieser von Wiesenhofen und dem Egitzbauern Bartlmä Mutschlechner vom 20 März 1720 hat Gregor Weidacher, Sohn des Simon, den halben zum Egitzhof gehörenden Almkasten zu Jagdhaus im Jahre 1702 an Marx Obermayr, Egger in Weißenbach verkauft, welchen Almanteil nun Urban Wieser erworben hatte. Er teilte mit diesem Briefe mit, daß er gewillt ist, sein Almrecht von nun an wahrzunehmen. Da er aber einsieht, daß der Egitzbauer mit einer "Halbentschaft" nicht gut einverstanden ist, so soll er ihm bis zum Maimarkt d.J. 37 fl. zahlen. Am 16. Mai 1720 quittiert der Gerichtsschreiber den Empfang des Betrages, und der Egitzbauer bleibt Alleinbesitzer des ganzen Almkastens.

In der Quittung für Thomas Mittermayr, Schmied zu Mühlen, vom 27. Mai 1692 wird bestätigt, daß Veit Weidacher am 5. Mai 1692 seinen Teil des Egitzhofes an Thomas Mittermayr verkauft hat.

Jedoch im Gesuch an den Bergrichter und Waldmeister in Ahrn, das Holzschlagen am Rienzkegel zu verbieten, ist Bartlmä Mutschlechner bereits 1701 alleiniger Besitzer des Egitzhofes.

 

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