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Geschichte / Chronik Mühlen in Taufers - Besiedelung 3/3

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Unter Nr. 10 ist das Grabergütl und unter Nr. 29 das Graberhaus genannt; am Grabergütl ist anfangs des 19.Jht.s ein "Seifensieder", unter welchem Namen es heute noch bekannt ist das Graberhaus stand an dem Platze, wo im Jahre 1968 das sog. Hittler des Brugg-Lois abgebrannt ist, und sein Sohn Helmut dann die neue Villa erbaute.

Jakob Haas vom Ofnergiltl (Nr. 17) ist vermutlich das sog. Stuckhaus des Ofnergutes (Antritt), das später nach seinem Familiennamen beim Haas heute "beim Hasen") genannt wurde; Mathias Eder ist der Außermoser, auch Niedermoser genannt (1815). - Der Kröllschmied hieß erst ab 1870 beim Luggnmüller. Die Nr. 23 teilten sich die beiden Unterkollechner, denn am Oberkollechen ist schon seit 1760 die Familie Feichter. - Das noch 1748 genannte Kirschner wird um 1800 das Kirchenhaus und heute Schuster genannt.

Paul Hofer und Jakob Mittermair wohnen vermutlich im sog. Bartlhaus, das noch nach Aussage Johann Pranters in seinen Kindertagen so hieß - war übrigens sein Geburtshaus (1878); seine Familie übersiedelte 1882 zum Treier, und diese vorigen Bewohner in den 1.Stock des Bartlhofer, sodaß man es dort beim Obertreier und im alten herunten beim Untertreier nannte - also das Bartlhaus heißt heute Kugler und Treier.

Das Gartenhaus oder Gartner nennt man das Moserhäusl. - Gregor Oberarzbacher wohnte vermutlich beim Stieger, das schon 1478 als Krämer bezeichnet wurde; brannte mit dem "Martile-Schlosser" 1921 ab - an Stelle des Stieger steht das Haus des "Brugg-Konrad", statt dem Martile-Schlosser das Futterhaus des Benjamin/Handlung Weger. - Gregor Winklers Erben (Nr. 27) wohnten im späteren Hahnhaus, heute beim Hittler genannt - Michael Haas im Plattenhaus, das ist der Anbau beim Kirchenschmied, und in diesem wohnte sicher Georg Forer. - Das Sensenschmied heißt heute Neunfingerer - Rotgerber heißt Christler. - Nr. 31 besitzen der jeweilige Fischer, Wierhaus oder heute Josiler, und das Nudlhaus heißt Geiger. - Der Stegsattler und Franzlweber waren ebenso unter einem Dach und hieß später Maler; es wurde 1954 abgerissen und gleich darauf die heutige "Bar Linde" erbaut.

Bei Michael Haas ist wohl fraglich, ob diese Angabe stimmt, denn in den Kirchenrechnungen wird er gerade zu der Zeit (1748) in Mühlwald als Schlosser und Glaser bezeichnet, der "Auszüglen" (bollettenähnliche Rechnungen) für geleistete Arbeiten und gelieferte Waren ausstellt. Da in diesem Hause schon einmal Bastler wohnten, so könnte auch ein anderer ein Plattenmacher gewesen sein, sodaß es den Namen Plattenhaus zugelegt bekam. - Das Kundlhaus hieß später Tilschneider.

Damit soll nicht behauptet sein, daß alle Parteien den richtigen Hausnamen zugeteilt bekommen haben, denn laut "Pflichts-Quittung" vom 14.Mai 1799 von Josef Winkler für Bartlmä Mutschlechner, Egitzen, hieß die Mutter dieses Josef Winkler Eva geb. Mutschlechner, gewesene Messmerin zu Mühlen. Im Zehend-Bereitungs-Buch vom Jahre 1750 heißt der Mesner Gallus Waldner, Zehend-Sammler (dies heißt heute beim Mesn-Karl). Darum ist auch bei diesen Winklerischen Erben fraglich, ob sie nicht doch beim Meßmer gewohnt haben oder im Hahnhaus. Da aber zum Meßmer ein eigener Wald, unter Nr.11, gehörte, und der zum Hittler-Hahnhause gehörende in der angegebenen Reihenfolge aufscheint, so glaube ich, damit nicht zu irren.

Hiermit erscheint aber ein neuer Hausname, beim Meßmer. Ob dies nicht der beim Metzmüller i.J. 1565 genannte "Lindemair", später genannte Mosmair" (bedeutet der Mair auf dem Linden, weichen Boden, ebendo mosec bedeutet sumpfig - also sumpfiger Boden ist auch lind und weich), ist? Beim Mößmer hieß das Haus noch 1939, als eine Art Oberschule oder Fortbildungs-Schule. Benützt wurde es wie ein Gemeindehaus, worin nach dem 2. Weltkriege viele arme Familien wohnten.

lm Jahre 1969 hat es Nikolaus Gasser, Mair am Tinkhof - Sohn in Mühlwald, gekauft, das einstige Futterhaus und Mühle abgebrochen, aus den Holzhütten und 2 Büroräumen der einstigen Gemeindeverwaltung zu den heutigen Häusern der Gasser umgebaut.

Bisher waren die Leute der Überzeugung, daß dieses Haus den Namen von der Wollweberei Mößmer übernommen habe, die anfänglich hier in Mühlen sich niederließ. Da sie aber wegen ungünstiger Einstellung der Gemeinde-Verwaltung und der Geistlichkeit keinen weiteren Expansionsgrund bekommen konnte, ist die Firma nach Bruneck übersiedelt, wo sie heute einen riesengroßen Komplex belegt und vielen Menschen Arbei gibt; - dies geschah um etwa 1880.

Aus vorgenannter Urkunde (1799) ist ersichtlich, daß diese Vermutung nicht zutrifft. Es ist doch Zufall, daß beide Gelegenheiten zusammentreffen. - Daß Mößmer mit dem Wort Mos (Sumpf) zusammenhängt, beweist auch die nachmalige Umbenennung des Gartenhauses in Moserhäusl.- Dahinter gab es auch das sog. Garber = Wierhaus ,später Färber- und auch Schusterhaus genannt. Heute heißt es beim Freiberger - Tischler. - In diesem Häuschen wohnte Josef N., vulgo Tod-Schuster-Seppl, von 1915 bis 1921.

Im Jahre 1917 wurde er von den Gendarmen verhaftet, weil er aus Kupferblättchen Kreuzer-Stücke nachahmte, also Geld fälschte. 1918 hat er in der Unterkohlgrube wegen einer Gasthaus-Diskussion den alten Schuster-Vater mit einem Messer erstochen - aber jedesmal ließen ihn die Gendarmen bald wieder laufen. Als er im Herbst des Jahres 1921 in das Stroh im Haas-Futterhaus schoß, brannte nicht nur das ganze Gehöft ab, sondern auch die Kunstmühle des Niederweger (Besitzer Gottfried Larch) und das Martile Schlosser. Es konnte nur mehr wenig gerettet werden, da die Feuerwehr die Pumpen noch beim Wenger im Außermühlwald stehen hatte (am Vortage, Mühlener Kirchtag-Samstag, hatte im dortigen Wohnhause der Blitz eingeschlagen). Die gerade eingetroffene ital. Polizei brachte ihn bis in die Schwefelgruben nach Sizilien.

Nahe beim heutigen Hasenwirt steht das Haus Wieser. Hier stand bis zum Jahre 1920 eine Mühle, manchen älteren Mühlenern noch als Larch-Kunstmühle in Erinnerung, die mit dem Haas-Futterhaus abbrannte. Hier stand schon lange vorher eine Hausmühle, die dem Haas gehörte. Dieser verkaufte die Mühle im Jahre 1905 an Gottfried Larch, der sie im Jahre 1906 zur Kunstmühle umbaute. Um dazu die Erlaubnis zu bekommen, mußte er einen ziemlich genauen technischen Bericht an die Handwerker-Kammer in Innsbruck einschicken, d.h., wieviel 1 Wasser die Wiere in 1 Min. liefert usw. (Urkunden beim Lugglmüller).

Nach dem Brande des Jahres 1921 kaufte diese Brandstätte Wieser Josef, Vater des Karl (Bagger-Besitzer), und baute 1922 gleich im Frühjahr das dortige Wohnhaus, trieb etwas Holzhandel und baute in den folgenden Jahren das Sägewerk dazu. Bis Mitte der 50er Jahre wurden hier Bretter geschnitten. Erst kurz vor Beginn des Elektrizitätswerk-Baues unterließ Karl den Holzhandel, kaufte sich den Lagerplatz und verkaufte das Wieserhaus ein paar Jahre später an die Familie Kirchler.

Als nächster Nachbar des Hasenwirts steht die sog. "Unterlucke". Im Tauferer Pfarrkirchen-Urbar des Jahres 1548 heißt dieses Haus beim "Pfanner", aber im Jahre 1614 heißt der Inhaber Georg Bäck.

Im Jahre 1620 heißt der Pfanner-Bäck Martin Frisch, sodaß das Haus im Jahre 1624 den Namen Frischhaus trägt. Im Pfarrkirchen-Urbar des Jahres 1710 heißt es auf fol. 43:

"Jenewein Ebner, Bäcker daselbst, gibt dem Pfarrwidum vom Frischhaus, oder Unterlucke genannt, geschaffnen Zins jährlich Geld".

Im Jahre 1753 ist hier Martin Hofer Bäcker, der vermutlich aus dem Passeiertal stammte; denn ein Nachkomme von ihm hat im Jahre 1780 bereits die "Wirtsgerechtigkeit", also Gasthaus - und im Jahre 1809 kommen die Franzosen nach Taufers, um den Unterluckner Johann Hofer zu suchen, der (nach der Tiroler Tageszeitung vom 8.0ktober 1959) ein naher Verwandter Andrä Hofers war. - Die Wirts-"Gerechtigkeit" blieb bei diesem Hause bis 1922, als der Unterluckner (der bereits genannte "Schmied Karl") das Haas kaufte, dieses aufbaute, und das Bäck-Haus verkaufte. Heute nennt man es beim alten Bäck.

Da beim Kröll schon bemerkt wurde daß daraus das heutige Luggelmüller geworden ist, ergibt sich die Frage, was aus der Mühle geworden ist. Der Egitzbauer hat dieses Gehöft im Jahre 1711 gekauft und dessen Kinder hausten hier bis zum Jahre 1785. In diesem Jahre kommt Mühlens bekanntester "alte" Techniker vor, nämlich Sebastian Feichter, vulgo Müller-Wast, stirbt im Jahre 1815. - Seine Nachkommen hausen bis zum Jahre 1895, und der letzte Besitzer verkauft in eben diesem Jahre an Beikircher Josef ein Stück Erlenaue. Im Jahre 1897 aber verkauft ein ebensolches Stück Aue an denselben Beikircher der neue Besitzer Jakob Oberhollenzer, Großvater des Ing. Josef Oberhollenzer. Aus der Mühle, dem Ölschlag und Stampf wurde um 1895 bis 1900 die sog. "Sagile Säge" erbaut. - Beim heutigen Kröll, das den Pörnbacher-Söhnen (des Pfarrwirt-Willi) gehört, wohnte der letzte Feichter vom Lugglmüller.

Ursprünglich stand hier nur eine Mühle, in der vier Bauern zum Kornmahlen das Recht hatten: der Lugglmüller, Seifensieder, Grießmair und Prast. Sie haben gemeinsam für den jeweiligen Müller ein Wohnstübchen eingerichtet, und später hat Josef Feichter; letzter Luggmüller, das Häuschen besser ausgebaut und vom Lugglmüller etwas Feld dazugeschlagen. Seine bekanntesten Söhne waren Michael Holzer, Seppl, Vater von Lehrer Feichter, und Johann, der sich hinters Bauernhäuschen anfangs der 1930er Jahre eine mech. Werkstätte erbaute.

Er hat im Jahre 1924/25 in Lappach das elektr. Kraftwerk fürs dortige Dorf erbaut. Dessen Söhne sind Johann und Max, die vieles zum Besten der Feuerwehr leisteten.

Aus der Schmiede des Kröll (Luggelmüller) entstand das Sagile Futterhaus, das ursprünglich näher am Wasser stand.

Was also der Chronist von der Hube nicht recht begreifen konnte, war daß die im Jahre 1490 anzulegende Hofstatt zu einer Schmiedeholzlege und Kohlstatt unter des Grießmairs Garten liegen konnte.

Vermutlich lag dieser Garten nahe bei der obgenannten Mühle, wo es heute also beim Kröll heißt, wenn diese Hube gemeint war. Aber damals war sicher nicht die heutige Hube gemeint, weil im Pfarrkirchen-Urbar das Jahres 1614 bis 1625 heißt es unter Mühlen klar und deutlich:

Hans Huber zinst von der Hube und dem Antritt - hingegen im Jahre 1626 heißt es auf fol.127:
"Anno 1626 habe ich beim FELDER zu Mühlen mit ihm, Huber, einen Kontrakt gemacht wegen der 11 Star ausständiger Gerste, daß er mir dafür 5 Star Salz Futtermaß, aufgehäuft, geben soll. Im Beisein des Herrn Landrichters und Herrn v. Rost."

So schrieb der damalige Pfarrer. Folglich hieß das heutige Huber damals Felder, denn fürs Antritt zinst schon Adam Ofner, und die Hube verkaufte er an Simon Niederweger aus Ahrn.

Zur Lage dieser Hofstatt muß noch gesagt werden, daß noch 1750 der Mühlwalder Bach ungefähr dort sein Bett hatte, wo heute die Wiere noch rinnt, denn die Mühlen, Stämpfe und Sägen sind alle in der Bachnähe gebaut worden und nach der Überschwemmungs-Katastrophe des Jahres 1878 brauchte keine Mühle übersetzt zu werden, sondern die Ufer nur etwas besser befestigt zu werden. Auch die Bachufer sind erst nach 1880 so befestigt worden. Dies darf man behaupten, da in der Beschreibung der Anger und Gärten im Dorfe im Jahre 1750 bezeichnen das Benefiziat-Haus jenseits des Wassers.

Da mir aus verschiedenen anderen Urkunden bekannt ist, daß im Jahre 1756 verschiedentliche "Gißgänge" stattfanden (im Hopfgartbach in Mühlwald, Walburgenbach in Kematen), so hat vermutlich dieses Hochwasser in Mühlen die umwälzende Veränderung verursacht, daß der Bach gegen den Grießberg gedrängt worden ist. Denn der Chronist Niederweger berichtet noch nichts von derlei Dingen, er weiß aber von der heutigen Wier zu berichten.

Also kann man heute nicht mehr sagen, ob diese Hofschaft nicht doch i.J. 1490 fast in der Mitte des heutigen Dorfes angelegt worden ist. Nach dem Kriege mit den Bayern und Franzosen um das Jahr 1820 wurde von einem Martile Schlosser in seinem Baumgärtl das Martiler erbaut und um 1862 vom Raderbauern Georg Bodner gekauft. Von damals ab erhielt es den Namen Oberrader. Nach einem Stuben-Getäfelstück ließen die Eheleute Maria und Josef Leiter den Tischler Peter Mairhofer aus Uttenheim im Jahre 1878 neu täfeln. Zur Zeit des 1.Weltkrieges war De Zordo Benjamin Besitzer dieses Häuschens, und das wurde 1920 versteigert. Dabei fiel es dem Radersohn Franz Weger zu, der den Beruf eines Wanderhändlers mit Schnittwaren ausübte. Das Haus behielt trotzdem den Namen "Benjamin" bei. Im Volksmund wird es auch heute noch so genannt; aber der Amtsname ist "Handlung Weger', Der "Klecker" wird urkundlich im Jahre 1698 zum erstenmal genannt. Vermutlich stammt er von Sand her, da es dort die Kleckerische Wirtsbehausung gibt, und zwar das spätere "zum Elefanten" od. Melcherwirt.

Das Prent- od. Pranthaus hieß auch Lexhaus. Es war ein sog. Sold- oder Zuhaus des Stock-Hauses, das nach Angabe Niederwegers im Jahre 1403 von Heinrich IV. Wurfing mit dem Namen "Pintlechn" abgebrochen worden ist; folglich stand es damals gegen das Dorf her. Wann es wieder aufgebaut wurde, kann nicht gesagt werden - sicher aber stand das Lexhaus 1689, und zwar "zu äußerst des Dorfs Millen" als Soldbehausung im Steinach". Der "Einstand- und Ablösbrief" des Simon Bachmair bestätigt dies. Simon Bachmair besaß zwar nur die Hälfte des Häuschens und Gartls, aber der Ausschuß "des Millener Pimbwerchs", bestehend aus Adam Spängler, halber Schefflmair, Mathias Ludwig, halber Grießmair, und Martin Waldner, Sattler, "haben sich den Einstand angemaßt" und von ihm verlangt den ganzen Kauf rückgängig zu machen, dafür würden ihm alle gehabten und neuen Spesen vergütet werden. Nach dieser Urkunde hat er das halbe Häuschen bereits am 24. November 1685 gekauft, und zwar von seinem Vorgänger Georg Forer, der es vom Inhaber des ganzen Hauses Hans Eglsbacher am 24. November 1685 gekauft hatte. - Diese Urkunde ist gesiegelt von Johann Baptist Zeiler am 25. April 1689.

Warum ist der Nachbarschafts-Ausschuß "eingestanden"? Vermutlich hat er die Kaufsbedingungen nicht einhalten können, denn der Kaufpreis betrug für die damalige Zeit eine nicht unbedeutende Summe, nämlich 60 Gulden (fl.). - Es heißt hierin auch "... wollte ich Simon Bachmair nicht minder tun, sondern habe der begehrten Abtretung und Einstehung gutwillig stattgegeben". Wäre er eine "persona non grata", eine unbeliebte Person, gewesen, so hätte er wohl nie eine "Kaufsurkunde" (redlichen Titel) in die Hände bekommen.

 

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