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Geschichte / Chronik Mühlen in Taufers - J.E.S. Winkler

Johann Evangelist Stephan Winkler
Salome überreicht Herodias das Haupt des Täufers
Salome überreicht Herodias das Haupt des Täufers

Als ob es ein Bild unserer Tage wäre. El Dschasira, der arabische Fernsehsender, liefert uns aus dem Irak Horrorvideos ins Haus, worin Enthauptungen von Geiseln, abgeschlagene Köpfe des Feindes der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Wen gruselt’s da nicht – einen abgeschlagenen Kopf anzusehen? Oder finden das die meisten Menschen irgendwie auch faszinierend und prickelnd?

Was trieb Herodias dazu, um auf das Winkler-Bild einzugehen, ihren Feind, den Täufer Johannes, köpfen zu lassen?

Die Geschichte berichtet:
Herodias (griechisch „Heldenspross“) war mit ihrem Onkel Herodes (Philippus) II. verheiratet, dem sie die Tochter Salome gebar. Da Philippus als Privatmann lebte und Herodias sehr ehrgeizig war, begann diese eine Beziehung mit einem anderen Onkel, dem Tetrarchen Herodes Antipas, der daraufhin seine Frau, die Tochter des Nabatäerkönigs Aretas verstieß und Herodias heiratete.

Dieser doppelte Ehebruch erregte bei den jüdischen Untertanen von Herodes Antipas starken Anstoß und großen Protest. Auf Herodias’ Wirken hin wurde Johannes der Täufer, der diese Ehe als ungesetzlich angeprangert hatte, festgenommen. Herodias verzieh ihm das nicht und wollte ihn töten lassen.

Weil Johannes ein gerechter und heiliger Mann war, fürchtete ihn Herodes. Wenn er sich mit dem Täufer unterhielt, wurde er unruhig und ratlos und doch - hörte er ihm gern zu. Darum schützte er ihn auch.

Eines Tages bot sich für Herodias eine günstige Gelegenheit. An seinem Geburtstag lud Herodes alle VIPs von Galiläa zu einem Festmahl ein. Während des Galadiners tanzte auch die Tochter Herodias’, Salome, mit solcher Anmut und unvergleichlichem Liebreiz, dass er vor allen Gästen schwor, ihr jeden Wunsch erfüllen zu wollen und - sollte es die Hälfte seines Reiches sein.

Salome holte sich Rat bei der Mutter ein und forderte dann: Ich will, dass du mir sofort den Kopf des Täufers Johannes bringen lässt. Da wurde der König sehr traurig. Weil er aber vor allen Geladenen den Schwur geleistet hatte, befahl er dem Scharfrichter, ins Gefängnis zu steigen und den Kopf des Täufers zu bringen.



Zum Winkler-Bild "Salome überreicht Herodias das Haupt des Täufers":

Winkler Denkmal
Das Winkler-Denkmal

Der Henker in karminrotem Hemd tritt von links kommend in die Szene. Fast in Augenhöhe, damit für alle sichtbar, baumelt am Haupthaar in seiner linken Faust - das Haupt des Täufers. Bevor der sonst Abgebrühte es in die von Salome bereitgestellte, kunstvoll getriebene Schale senkt, hält er kurz inne und stiert auf das Haupt des Propheten – so als ob er innerlich von plötzlich bohrenden Fragen und aufkeimender Angst bedrängt würde.

Edel und fein geschnitten sind die Gesichtszüge des Johannes, aus seinem leicht geöffneten Mund sollte niemals mehr ein Wort über die Lippen kommen.

Mädchenhaft wirkt Salome auf den Betrachter, eigentlich nichts Schlimmes wollend, jedoch unbedacht und hörig im Wünschen, ist sie im Begriff die Schale mit dem Haupt des Täufers der Mutter, die im rechten Hintergrund erscheint, zu überreichen. Diese spürt wohl das Gefühl endlich gesiegt zu haben.

Die Logik ihres Denken und Trachtens lässt sie souverän und bestimmend erscheinen: Dieses Opfer musste einfach sein, dafür hat er eben büßen müssen.

Von ihrem mütterlichen Äußeren nicht vorstellbar, dass sie sich auch in eine unmenschliche Bestie verwandeln kann.
Das Bild vermittelt schlussendlich die Botschaft, dass sich auch mit dem Schwertstreich eines Scharfrichters nicht die Wahrhaftigkeit aus der Welt schaffen lässt.

Bei „Salome überreicht Herodias das Haupt des Täufers“ handelt es sich um ein Bild nach Bernardino Luinis „Herodias“ der Galleria degli Uffizi in Florenz, das in der Komposition und Malweise – bei Winkler jedoch seitenverkehrt - Luini erkennen lässt. Das Ölbild schuf Winkler vermutlich auf einer Studienreise, die er gemeinsam mit seinem Bruder Franz Andrä unternommen hatte, der in Wien die Kunstakademie besucht hatte.

Bernardino Luini – geb. um 1480 vermutl. in der Nähe des Lago Maggiore, + 1532 in Mailand – war als Meister in der Lombardei tätig, zunächst beeinflusst von der lombardischen Schule, dem Werk Raffaels und ab 1520 maßgeblich geprägt von Leonardo da Vinci.

Moula Haisl - heutige Bar Linde
Das "Moula-Haisl" - heutige Bar "zur Linde"

Die Signatur ist am unteren linken Bildrand zu finden: „Nach Luino pinx. Johann Winkler von Taufers 1829“. Das Bild in der Größe von ca. 26 x 32 cm ist in Öl auf Leinwand gemalt und wurde auf Karton doubliert. Ob es original gerahmt ist, weiß man nicht. Restauriert und gereinigt wurde das Bild 2005 von Meister Josef Leiter in Percha.


Maler Johann Evangelist Stephan Winkler ist als dritter Sohn des Malers Johannes Evangelist Winkler und der Maria Anna Oberhauser am 29.11.1795 in Mülln/Taufers 15 geboren worden.


NB: Den feinsinnigen Kulturträgern von Mühlen sowie dem geschätzten Fraktionsvorsteher mit seinen Räten, die für den Ankauf dieses Ölbildes geworben bzw. es erstanden und bis auf Widerruf leihweise dem Pfarrmuseum Taufers überlassen haben - gebührt ein großer Dank.


Maler der Familie Winkler:

1. Matthias Winkler, um 1720 geboren, ist der erste fassbare Maler

2. Johann Evangelist Winkler, geb. 1757, Sohn des Matthias, setzte die Maler-Linie in Mühlen fort

3.+4. Johann und Andreas Winkler, Söhne des Johann Evangelist, sind beim heutigen Wissenstand beachtliche Maler gewesen.

Andreas hatte u.a. als Maler-Lehrling den hochgeschätzten Franz Hellweger aus St. Lorenzen, dessen Rosen-Kranz-Madonna mit dem hl. Dominikus im linken Seitenaltar der Pfarrkirche glücklicherweise wir Tauferer besitzen - dies zählt neben der Rosenkranzmadonna von Silz zu den reifsten Werken Hellwegers.

5.+6. mit Josef und Johann Winkler, Söhne des Andreas, starben die Mühlener-Maler 1907 aus.

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