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Geschichte / Chronik Mühlen in Taufers - Anekdoten

Hier einige Mühlener Anekdoten, dankenswerter Weise zusammengetragen von Reinhard Steger:

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Der Pfarrer von Taufers und seine Schäflein

Bereits im 17. Jahrhundert wurde unser Dorf durch eine bekannte Persönlichkeit geprägt. Johannes Thomas de Zephyris war knapp ein Viertel Jahrhundert Pfarrer von Taufers. Sein Wirken ist deshalb erwähnenswert, weil er nicht nur originelle, sondern zum Teil auch heute noch moderne Seelsorgemethoden angewandt hatte. Und sein seelsorgerischer Eifer war mit einem praktischen Sinn gekoppelt. Dabei kontrollierte er unerbittlich die Lebensgewohnheiten seiner Schäflein.

Einmal stieg er in dieser Zeit sogar zum Kofler zwischen den Wänden hinauf, um sich zu überzeugen, ob das Gerücht  stimme, dass man dort den Abendrosenkranz nicht mehr bete. Als Bettler verkleidet bat er dort ums Übernachten, was ihm bereitwillig gewährt wurde. Man lud ihm sogar zum Abendessen ein. Als er sich nach dem Essen scheinbar ins Heu verziehen wollte, erklärte ihm der Bauer: „Hosch mit ins gess´n, konsch a mit ins bet´n. Und die ganze Familie kniete nieder zum Rosenkranz, worüber der Pfarrer sehr erfreut war.

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Der Glockengießer aus Mühlen

Das 18. Jahrhundert brachte eine bekannte Persönlichkeit in unser Dorf. Und zwar den Sebastian Feichter, genannt der Müller Waschtl. Er war ein richtiges Erfindergenie. Er war Inhaber einer Metzmühle, hatte sich so nebenbei eine Schmiede eingerichtet, erwies sich als geschickter Zimmermann und bastelte allerhand neuartige Dinge zusammen, wobei besonders ein Pumpwerk großes Aufsehen erregte.

In dieser Zeit entschloss man sich in Taufers, die Glocken der Pfarrkirche umgießen zu lassen. Zwei Glockengießer aus Trient übernahmen diese Arbeit auf dem Kröll Platz in Mühlen. Es vergingen jedoch keine zwei Jahre, dass die eine Glocke nach der anderen zersprang. Nachdem der Müller Waschtl, also Sebastian Feichter,  den Trientnern sehr interessiert zugesehen hatte, war er überzeugt, dass er den neuen Guss der Glocken schaffen würde. Und tatsächlich, vertraute man ihm diese schwierige Arbeit an. Dass dieser Sebastian Feichter,  ein Mann von großer Intelligenz und Erfindergabe gewesen sein muss, zeigte gerade der Guss der großen Glocke. Während der Arbeiten zeigte sich, dass zu wenig Glockenspeise vorhanden war und deshalb die Krone der „Großen“ nicht mehr vollende werden konnte.

Feichter wusste sich jedoch zu helfen: Er durchbohrte den Scheitel der Glocke und schraubte ihn direkt an den Glockenstuhl an. Er hatte tatsächlich vorzügliche Arbeit geleistet. Die Glocke wiegt 2660 kg und ihr tiefes „DES“  klingt noch heute wunderbar über den Tauferer Boden. Daher kann man ruhig die Behauptung aufstellen, dass mit diesem Geläute die Romantik in Taufers „eingeläutet“ wurde.

Bild Glocke Taufers

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Die tapferen Mühlener Weiber

Um 1809, zur Zeit der Kriegsjahre, erreignete sich in Mühlen eine bemerkenswerte Begebenheit. Sie zeigt auf, dass es in Mühlen schon immer tapfere Leute und ganz besonders tapfere Frauen gegeben hat. Am Ende des Krieges schreckten die Sturmglocken in Mühlen noch einmal auf. Margarethe Hofer, eine Verwandte des Unterluckners, forderte die herbeieilenden Weibersleute auf, zu den Waffen zu greifen. Mit Heu- und Mistgabeln bewaffnet zogen sie unter der Führung der Hoferin los. Als sie den Mühlener Kaplan, Matthias Prackwieser baten, als Feldkaplan mitzuziehen, lehnte dieser  ab und wurde von den Weibern ein „rechter Henner“ gescholten. Drei Tage blieb die Weiberkompanie unter Waffen. Als sich aber kein Franzose zeigte, gingen sie wieder heim und kehrten auf die jeweiligen Bauernhöfe zurück.

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Die kurze Vesper

Das 20. Jahrhundert wurde von einer herausragenden Mühlener Persönlichkeit weit über die Grenzen unseres Landes hinaus geprägt. Zusätzlich war diese Person ein großer Gönner, Freund und Förderer der Musikkapelle von Mühlen. Es handelt sich um den ehrwürdigen Bischof Heinrich Forer. Dr. Clemens Auer schrieb über ihn: Es war jedes Mal eine festliche Freude, wenn der Weihbischof mit hoher Gestalt, würdig und gütig, federnden Ganges und mit einer großen Ausstrahlung in der Tauferer Heimatkirche erschien. 

Der ehrwürdige Gottesmann war aber auch ein lieber, geselliger Volksmann. Hierzu hat Dr. Clemens Auer auch folgende lustige Begebenheit festgehalten: Einmal am 17. September, hielt er eine feierliche Vesper im Kirchlein in der Lamprechtsburg. Bischof Forer zog mit den Ministranten in der Sakristei die Liturgischen Gewänder an. Er, der nie viel auf äußere Kleidung gab, trug unter dem Talar ein Ministrantenhemd, das ihm gerade noch bis zum Bauch reichte. Auch der Vespernmantel war komisch kurz. Doch schritt Bischof Forer im Rahmen der feierlichen Prozession, würdevoll zum Priestersitz und stimmte die Vesper an. Nach dem ersten Psalmvers wollte er sich auf die Vesperbank setzen, die mit einem roten Tuch überzogen war. Aber nur scheinbar. Denn als er sich in der Mitte der Bank nieder lies, gab das Tuch nach und er fiel rücklings auf den Boden. Der Mesner hatte der Feierlichkeit halber zwei Stühle mit dem roten Tuch überzogen und Bischof Heinrich fiel genau dazwischen. Zunächst allgemeines Erschrecken in der Kirche. Aber als sich Heinrich ohne sichtbare Schäden mit Hilfe zweier Ministranten erhob, wandelte sich der Schrecken des Kirchenvolkes in ein allgemeines Gelächter. Schließlich meinte Bischof Heinrich ganz  praktisch: Ich glaube, es geht nicht mehr. Machen wir alle ein Kreuzzeichen und gehen wir marenden. Es war die kürzeste und lustigste Vesper, die ich je erlebt habe, schrieb Dr. Clemens Auer.

Bild Forer Heinrich

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Das Geldbörserl vom Zechenta Franz

Auf einer Vollversammlung der Musikkapelle Mühlen im Jahre 2005 entschloss man sich, wie es für einen guten Christen, einmal im Leben gehört, in die heilige Stadt nach Rom zu reisen. Und so wurden die Planungen akribisch genau vorgenommen. Die Älteren klärten die Jungen bereits im Vorfeld über die Gefahren in der heiligen Stadt Rom auf. Da war auch wichtig, denn ein ehrlicher, aufrechter Tiroler ist nicht immer auf alle Besonderheiten in einer Weltstadt gefasst. Besonders engagiert haben sich hier der Stifta Josl und der Zechenta Franz. Er, der Franz bereits in jungen Jahren weit gereist, mit allen Begebenheiten eines Musikerlebens frühzeitig konfrontiert, hielt den „Jungen“ doch einige Lehrstunden, wie sie sich in der heiligen Stadt verhalten sollten. Neben dem Besuch des Vatikans und der heiligen Messe, sollten diese besonders auf ihr  Geldbörserl achten. Denn im alten Rom herrschen andere Sitten, wie im Land Tirol, so aus dem Mund eines weitgereisten mit viel Lebenserfahrung.

Aber dann wurde die Romreise neben den vielen wunderschönen Impulsen, eine sehr harte finanzielle Prüfung für einige Musikanten. Bei der Fahrt im Bus, in der Straßenbahn sowie in der U-Bahn beachtete man zwar die Empfehlungen auch vom Zechenta Franz genau, aber diese Genauigkeit reichte nicht aus. Und so wurde nach der Rückkehr nach Mühlen gemunkelt, dass doch einige den Weg in den Carabinieri Distrikt nach Sand angetreten haben, um dort heimlich den Verlust des Geldbörserls mit allen Dokumenten zu melden.

Und hier ging ein böses Gerücht im Dorf um: Auch den Zechenta Franz soll es getroffen haben. Auch er soll klamm heimlich bei den Carabinieri in Sand Meldung gemacht haben, dass das Geldbörserl in der heiligen Stadt Rom geblieben sei. Ob das dann so war, ist bis heute ungeklärt. Die Ermittlungen dazu, sind laut Staatsanwaltschaft in Bozen noch nicht abgeschlossen.

Bild Zechenta Franz

 

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