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Geschichte / Chronik Mühlen in Taufers - Antrische Löcher

Antrische Löcher in Taufers

Antrisches Loch, Doppelhöhle im Grießmair–Waldile
Doppelhöhle im Grießmair-Waldile bei Mühlen

Antrisches Loch, Doppelhöhle im Grießmair–Waldile
Doppelhöhle im Grießmair-Waldile, Innenansicht


Man findet fast an jedem Bergabhang die antrischen Löcher, welche von den antrischen Leuten bewohnt wurden, und [...] knüpft sich beinahe an jedes dieser Löcher eine Schatzsage. Schon die Römer scheinen, wie es die Art der Bohrung nahe legt, im Thale Taufers nach Metallen geschürft zu haben; auch im Mittelalter wurde da nachweislich der Bergbau betrieben, und noch sieht man am Eingang der Burg Taufers auf einer mächtigen Steinwand alte Bergmannszeichen, einen hammer und eine Steinart, welche noch aus dem Mittelalter stammen. Besonders im 15. und 16. Jahrhundert, als der Bergbau wieder aufblühte, muß die Phantasie des Volkes infolge der abenteuerlichen Erzählungen von Schatzsuchern und Schatzfindern ganz erhitzt gewesen sein. Überall wollte man Gold gesehen haben, und so begann man an allen Ecken und Enden zu bohren und zu graben. Als solche Bohrlöcher der verschiedensten Zeiten stellen sich die sogenannten antrischen Löcher heraus.

Unter den Ruinen des sagenhaften Frauenklosters am Tobel ist ein äußert schwer zugängliches Schurfloch von 11 Meter Länge in den Felsen gehauen, von welchem die Leute sagen, dass es der unterirdische Gang zum Kloster gewesen und ein Schatz darin verborgen sei. Ein zweites antrisches Loch ist auf der Schattenseite zwischen Sand und Luttach mitten im Wald unter einem Felsen, und unterhalb der Ausmündung sieht man noch einen kleinen Schuttkegel ("Halde"). Der Felsen ist mit Schwefelblüte überzogen. Von diesem Loche geht die Sage, dass es durch den ganzen Berg bis nach Mühlwald führe. In Wirklichkeit endet es nach 16 Metern Länge. hier sieht man den zweck der Bohrung wieder deutlich: denn man hat vom Ende aus nach allen Seiten einmal angepocht und einige Löcher eingetrieben, aber vergeblich. Es ist wieder nur ein Versuchsstollen. Man erkennt in diesen Löchern deutlich die Spuren von Axt und Berghammer.

Eine weit größere Ausdehnung hat das antrische Loch am Schattenberg in Mühlen. Der Sage nach begintt es am Griesmahr-Platz zwischen Mühlen und Uttenheim, zieht sich durch den ganzen Schattenberg bis zur Mühlwalder Klamm, mündet in der Klamm am rechten Bachufer, beginnt wieder am linken Ufer, zieht sich weiter nordwärts bis unter die Bursteinwand und mündet dort im Multerloch aus. Tatsächlich findet sich am Griesmahr-Platz ein Loch, welches aber halb zerfallen, daher ungangbar ist, und ebenso ist in der Mühlener Klamm auf dem rechten Ufer des Mühlwalder Baches ganz versteckt ein Loch mit einer kleinen Halde, welche der Bach benagt. Bei diesem Loch in der Klamm behaupten alte Leute noch ganz sicher antrische Leute gesehen zu haben. Das Gestein in diesem Loch ist sehr locker: man kann mit den Händen Stücke losbrechen. 30 Meter vom Eingange findet sich, wie im Tschetterloch am Schlern hinten im Tschaminthal, eine schöne, in den Felsen gehauene Steinbank, auf der leicht vier Personen sitzen können. 38 Meter vom Eingange theilt sich das Loch in zwei Arme: der eine zieht gerade südlich und endet mit 12 Metern Länge, der andere geht ostsüdöstlich und hat deutlich die Richtung nach dem Griesmahr-Platze, aber 42 Meter vom Eingange ist es eingestürzt und nur mehr eine Öffnung von der Weite eines Quadtratfußes vorhanden. Hinter der Einsturzstelle setzt er sich in der früheren Weite wieder fort, soviel man durch die Öffnung sehen kann. Eine Fortsetzung dieses Stollens auf dem linken Bachufer in der Mühlener Klamm, die bis zum Multerloch gehen soll, konnte mein Gewährsmann nirgends entdecken. Das Multerloch endlich findet sich gerade ober der Tauferer Pfarrkirche zu unterst in der Bursteinwand: es ist ein bloß 1 Meter tiefer Schurf. Von altem Bergbau im Mühlwalder und Lappacher Thal geben noch Hofnamen Zeugnis, so z.B. der Knapp, Bergmeister u.a., ebenso eine Menge von Schurflöchern, oft in sehr geringer Entfernung von einander, besonders auf der Schattenseite in Mühlwald. Unweit des vorerwähnten Stollens in der Mühlener Klamm, ober dem Schweingras- und dem Grünerhof, ist ebenfalls ein tiefes Loch. Sinnacher (Mj. Pfarrbez. Taufers, Anhang) hörte von dem damaligen Grüner (es ist noch heute Hof- und Familienname gleich) erzählen, daß dessen Großvater beim Streuneziehen einmal etliche glänzende Steine gefunden habe, in welchen ziemlich viel gutes Gold gewesen sei.

Auch hoch oben, über der Waldgrenze, trifft man nicht selten solche Erzgänge: hat ja auch der oberste Stollen des Prettauer Bergwerkes, der zusammengefallen ist, oberhalb der Waldregion herausgeführt.

(Quelle: HEYL Johann Adolf; Volkssagen, Bräuche und Meinungen aus Tirol; Verlag Buchhandlung des Kath. Preßvereins;1897; S. 608ff)

Antrisches Loch im Grießmair–Waldile
Antrisches Loch im Grießmair-Waldile, von der Seite

Antrisches Loch im Grießmair–Waldile
Antrisches Loch im Grießmair-Waldile, von vorne

Antrisches Loch im Grießmair–Waldile
Einmeiselungen links am Eingang des antrischen Loches

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Antrisches Loch am Schattenberg
Antrisches Loch am Schattenberg bei Mühlen

Antrisches Loch am Schattenberg
Antrisches Loch am Schattenberg, Innenansicht

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Antrisches Loch am Schattenberg
Zweites antrisches Loch am Schattenberg

Antrisches Loch am Schattenberg
Zweites antrisches Loch am Schattenberg, von innen nach außen

Fotos: Manfred Feichter

 

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