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Veranstaltungen - Kothreine Morscht

Kothreine Morscht

Kothreine, ein nun wieder zur Tradition gewordener alter Bauernfeiertag, der vom Mühlener Kothreine Verein jährlich seit rund einem Jahrzehnt wieder als altes, überliefertes Kulturgut ins Leben gerufen wird. Und zwar immer um den Katharina-Tag, den 25. November.

Kothreine Foto

 Eine fast vergessene Mühlener Tradition wurde damit wieder entstaubt und zu regem Leben erweckt. Der Kothreine Morscht in Mühlen wird heute liebevoll gehegt und gepflegt. Hierbei begrüßen besonders die Bürger von Mühlen, sowie die der umliegenden Dörfer und Gemeinden das Aufleben dieser alten, überlieferten Tradition, ja dieses überlieferten Kulturgutes. Urig, überschaubar, ganz der Tradition entsprechend soll der "Kothreine Morscht" sein. Hierbei sind nicht Masse und Kasse gefragt, sondern eine urige, überlieferte Stimmung mit einem starken Hauch von Nostalgie, Geschichte und Tradition. Geselligkeit, gute Laune und traditionelle Geschichten und Werte sind beim Kothreine Morscht Trumpf.

Nüsse, glühend heiße Kastanien, gebratene Erdäpfel, hin und wieder ein Glas Wein oder ein Glühwein, ein alter Krämermarkt mit überlieferten Viehmarkt, leuchtende Kinderaugen und das eifrige Feilschen der "Morschtleit", das ist der Stoff, mit dem ohne großem Aufwand jedes Jahr neu, alte Traditionen neu interpretiert, ja erlebbar und spürbar gemacht werden.

Der Handel mit Rindviechern, Kälbern, Schoafe, Facklan, Hühner, Esel und Rössern wird neu belebt und so haben sich auch heuer wiederum einige "Viechhandla" für diesen "Kothreine Morscht" angekündigt. Und so werden Erinnerungen an längst verflossene Bauernfeiertage wieder ins Leben gerufen und für die heimischen Bürger spürbar gemacht.

Der Morscht- und Bauernfeiertag beginnt mit dem "Kothreine Kirch'n" um 9 Uhr, der anschließenden, öffentlichen Bekanntgabe der überlieferten Marktordnung am Benjaminplatz und in der Folge wird, wie fast eh und je wieder g´feilscht, gehandelt, g´schaut und gitrascht wie vor vielen Jahren.

Bereichert wird der "Kothreine Morscht" mit Ausstellern wie den Schoafzüchtern, traditionellen Bauernhandwerk, dem Larch Loaden, dem Kothreineverein und vielem anderen mehr. Verwöhnt werden die Bauernsleit, die Millina, die Gemeindeansässigen, die Töld'ra sowie die Weitgereist'n mit typischen, althergebrachten "Baurnspezialitäten" wie Krapf'n, Tirschtlan, Hauswurst mit Kraut, Schepsarn's vom Langislomp, Erdäpfelsupp'n, Nud'lsuppe mit Wirschtlan, Preßkned'lan, Gerschtsuppe, gibroutna Kescht'n und vielen anderen Spezialitäten. Diese wertvolle Initiative wird auch von den Kaufleuten und Gastwirten großzügig unterstützt und mitgetragen.

Ausklingen wird der "Kathreine Morscht" der überlieferten Tradition entsprechend beim "Golla", dem Dorfgasthaus schlechthin, sowie allen andern Gasthöfen und Barbetrieben in Mühlen mit viel Musik, an Tanz'l und Gesang. Hier findet bis spät in die Nacht hinein und der Tradition entsprechend, gewissermaßen eine Rückkehr zu den alten, oft bereits vergessenen Wurzeln statt. 

 Anlass für diesen besonderen Festtag ist, wie der Name schon vermuten lässt, die heilige Katharina. Vor 900 oder noch mehr Jahren stellten die Mühlener ihr Dorf und die Kirche am westlichen Rand des Tauferer Bodens unter den Schutz der Heiligen mit dem zerbrochenen Rad. Seither geht es im Dorf hoch her am Katharinatag. Früher durfte sich am Fest der hl. Katharina kein Rad drehen: kein Sägewerk, keine Mühle, kein Wagen durfte in Betrieb sein, sogar die Spinnräder sollen stillgestanden sein.

Ein Teil des Erlöses aus dem Markttag wird für gemeinnützige oder wohltätige Zwecke gespendet.

 

Im Jahr 2010 wurde auf dem Sender "SDF - Südtirol Digital Fernsehen" ein ausführlicher Bericht über den Kothreine Morscht ausgestrahlt, der HIER einsehbar ist.

 

Auszug aus der Marktordnung für den Kathreinemarkt
in Mühlen in Taufers (1678-1697)


"Zuwissn sei menigclichen, das die Herrschaft Taufers imchrafft habennder und erlangter erzfirstlichen Privilegien und Freiheiten hiermit offentlichen last berueffen ainen fürstlichen freien Jahrmarckht, als anheut sanct Catharina Abent und morgen St. Catharinatag als zwen Täg und Nächt, wëllicher jerlichen und albëgn alda zu Müln gehalten und berueffen werden solle.   Übersetzung: Kund sei gemacht allen und jeden, dass die Herrschaft Taufers aufgrund ihrer erzfürstlichen Privilegien und Freiheiten einen fürstlichen freien Jahrmarkt ausrufen läßt, und zwar heute, am Tag vor St. Katharina und morgen am St. Katharina Tag, von der Dauer von zwei Tagen und zwei Nächten, der alljährlich zu Mühlen ausgerufen und abgehalten werden soll.
     
Und solle hiermit ainen jeden und aller menigclichen nach disen ergangnen Berueff, vor aber nit unnd morgen ebenfahls erst nach verrichten Gots Dienst, zu khauffen und verkhauffen erlaubt sein, jedoch das ain jedes Pfenwerth gëben werde, als es an ihme selbs recht ist, ohne Falsch oder Betrug, inmassen dann alle falsch Waag und Maß desgleich aller Rumohr und Auflauff bei Straff Leib und Gueth hiemit verpoten wirth.  

So soll allen und jedem nach dieser erlassenen Marktberufung, aber nicht vorher und morgen auch erst nach abgehaltenem Gottesdienst, erlaubt sein, zu kaufen und verkaufen, jedoch jede Ware um ihren tatsächlichen Wert ohne Falschheit oder Betrug. So wird auch alle falsche Waage oder Maß sowie aller Auflauf bei Strafe an Leib und Gütern hiermit verboten.

     

Darzue niemanndt Ÿber das Verpott bei der Straff, so dëshalben in den ausgangnen Mändäten begriffen, spillen und die Wirth Ÿber die verpotne Zeit, vermig der Pollicei Ordnung, zu nachts sizen lassen, wie auch frembde verdechtige Löter und anderst miessigggeendes Gesindl, Garten Khnecht und ihr Leit, so den Unterthannen Ÿber lästig sein, zuwider pubblicierter hochobrigkheitlicher Bevelch nit behörbigen noch ainichen Unterschlaipf gëben, sonnder fortweisen, auch der Obrigkheit anzaigen, bei der Straff.

 

Außerdem soll niemand über das Verbot hinaus, bei der Strafe, wie sie dafür in den Mandaten vorgesehen ist, spielen, auch die Wirte sollen niemanden über die verbotene Zeit hinaus, wie sie in der Polizei Ordnung vorgesehen ist, sitzen lassen. Diese sollen auch fremde verdächtige Landstreicher und anderes müßiggehendes Gesindel, wie herrenlose Soldaten und ihre Leute, die die Untertanen belästigen, bei Strafe gegen die veröffentlichten hochobrigkeitlichen Erlässe nicht beherbergen sondern abweisen und der Obrigkeit anzeigen.

 

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